Solarthermie für Warmwasser und Heizung
Sonnenkollektoren übernehmen im Sommer den größten Teil der Warmwasserbereitung und entlasten die Heizung im Frühjahr und Herbst.
Solarthermie ist nicht Photovoltaik
Die beiden werden ständig verwechselt, und der Unterschied ist wichtig. Photovoltaik erzeugt Strom. Solarthermie erzeugt Wärme, also warmes Wasser für Dusche, Bad und Heizung. Wir bauen die Wärmeseite.
Der Vorteil im Bestand: Eine Solarthermieanlage lässt sich an die vorhandene Heizung anbinden. Der Kessel bleibt, er springt nur seltener an. Von Mai bis September kommt das Warmwasser an den meisten Tagen vom Dach.
Setzen Sie auf eine zukunftssichere und nachhaltige Technologie zur Wärmeerzeugung: Der Betrieb kostet nichts außer Strom für die Pumpe, und die Technik ist seit Jahrzehnten ausgereift.
Was wir vorher prüfen
- Dachfläche, Ausrichtung und Neigung, Süd bis Südwest ist ideal
- Verschattung durch Nachbargebäude, Bäume oder Gauben
- Platz für den Speicher, meist der eigentliche Engpass im Keller
- Warmwasserbedarf im Haushalt, davon hängt die Kollektorfläche ab
Was zur Anlage gehört
- Flachkollektoren oder Röhrenkollektoren auf dem Dach
- Solarkreis mit Frostschutzmedium, Pumpe und Ausdehnungsgefäß
- Speicher mit zweitem Wärmetauscher für die Solarwärme
- Regelung und Anbindung an den vorhandenen Kessel
Zwei Betriebsarten, zwei Rechnungen
Eine Solarthermieanlage kann nur Warmwasser bereiten oder zusätzlich die Heizung unterstützen. Die erste Variante ist kleiner, günstiger und rechnet sich meist schneller. Die zweite braucht mehr Kollektorfläche und einen größeren Speicher und passt vor allem zu Häusern mit niedriger Vorlauftemperatur.
Wenn Sie ohnehin eine neue Heizung planen, sollten Sie die Solaranlage gleich mit einplanen. Der Speicher wird dann passend gewählt, und die Anbindung kostet im selben Zug deutlich weniger als später.
Mit Sonnenkollektoren investieren Sie zudem in eine Technik, die den Wert der Immobilie erhält, weil sie den Energiebedarf des Gebäudes senkt.
Was die Wirtschaftlichkeit bestimmt
- Warmwasserbedarf: Personen im Haushalt und tägliche Nutzung
- Kollektorfläche und Ausrichtung des Dachs
- Speichergröße und Wärmeverluste des Speichers
- Der Preis der Energie, die sonst eingesetzt würde
- Förderung, die auf die Investition angerechnet wird
- Wartungsaufwand über die Laufzeit, meist gering, aber nicht null
Ein Rechenbeispiel und seine Grenzen
Für ein Einfamilienhaus mit vier Personen wird eine Anlage für die Warmwasserbereitung typischerweise mit vier bis sechs Quadratmetern Kollektorfläche und einem Speicher um 300 Liter ausgelegt. Über das Jahr deckt eine solche Anlage einen erheblichen Teil des Warmwasserbedarfs, im Sommer nahezu vollständig, im Winter kaum.
Wie viel das in Euro ist, hängt davon ab, womit sonst geheizt würde und was diese Energie kostet. Genau deshalb geben wir keine allgemeine Amortisationszeit an: Die Zahl wäre auf Ihr Haus bezogen entweder zu optimistisch oder zu vorsichtig.
Was sich dagegen gut abschätzen lässt, ist der Deckungsanteil, also welcher Teil des Warmwassers vom Dach kommt. Diesen Wert nennen wir im Angebot, zusammen mit den Annahmen, aus denen er entsteht.
Was wir Ihnen mitgeben
Sie bekommen von uns eine Aufstellung mit Anlagengröße, Investition, erwartetem Deckungsanteil und einer Einschätzung, wann sich die Anlage trägt. Alle Annahmen stehen dabei, damit Sie sie nachrechnen können.
Wenn die Rechnung nicht aufgeht, sagen wir das. Ein Dach nach Norden mit Verschattung durch den Nachbargiebel wird auch mit Förderung nicht wirtschaftlich.
Energie sparen: wo im Bestand der Verbrauch verschwindet
Solarthermie wirkt am besten in einem Haus, das nicht mehr Energie braucht als nötig. Bevor man Geräte tauscht, lohnt deshalb der Blick auf das, was ohne großen Eingriff geht.
In fast jedem Haus, in das wir kommen, liegen die ersten Prozent in der Einstellung: eine Heizkurve, die zu hoch steht, eine Pumpe, die auf voller Stufe läuft, ungedämmte Leitungen im kalten Keller, Heizkörper, die nicht abgeglichen sind.
Das sind Maßnahmen an einem Tag, nicht an einer Woche. Danach sieht man, was der eigentliche Bedarf ist, und kann über größere Schritte entscheiden.
Maßnahmen nach Aufwand sortiert
- Heizkurve und Zeitprogramme einstellen: ein Termin, kein Materialeinsatz
- Umwälzpumpe prüfen und, wenn nötig, gegen eine geregelte tauschen
- Leitungen und Armaturen im unbeheizten Keller dämmen
- Hydraulischer Abgleich, damit jeder Heizkörper die Menge bekommt, die er braucht
- Solarthermie für Warmwasser, entlastet den Kessel über den Sommer
- Austausch des Wärmeerzeugers, wenn Alter und Ersatzteillage es nahelegen
Warmwasser ist der unterschätzte Posten
Im gedämmten Haus geht ein erheblicher Teil der Energie nicht in die Heizkörper, sondern ins Warmwasser. Wer eine Zirkulationsleitung hat, die rund um die Uhr läuft, heizt den Keller mit.
Eine Zeitschaltung oder eine bedarfsgeführte Zirkulation kostet wenig und wirkt sofort. Gleichzeitig darf die Temperatur im Speicher aus hygienischen Gründen nicht beliebig abgesenkt werden. Wo genau die Grenze liegt, klären wir an Ihrer Anlage.
Was der hydraulische Abgleich wirklich macht
In vielen Anlagen bekommt der Heizkörper direkt an der Pumpe zu viel Wasser und der letzte im Kreis zu wenig. Das gleicht der Bewohner aus, indem er die Vorlauftemperatur hochdreht, bis auch hinten im Haus alles warm wird. Danach ist es vorne zu heiß und hinten gerade richtig, und die Anlage läuft dauerhaft auf zu hohem Niveau.
Der hydraulische Abgleich verteilt die Wassermenge so, dass jeder Heizkörper das bekommt, was er für seine Fläche braucht. Danach lässt sich die Vorlauftemperatur senken, und genau daraus entsteht die Einsparung.
Nötig sind dafür Thermostatventile mit Voreinstellung, die Raumdaten und eine Berechnung. Der Aufwand liegt meist bei einem Tag, bei größeren Häusern länger.
Zuschüsse: erst der Antrag, dann der Auftrag
Für Solarthermie und den Tausch der Heizung gibt es öffentliche Zuschüsse. Der häufigste Fehler kostet die gesamte Förderung: zuerst beauftragen, dann beantragen. Die Reihenfolge ist verbindlich.
- Angebot einholen, das die förderfähigen Leistungen ausweist
- Antrag stellen und die Bewilligung abwarten
- Erst danach den Auftrag erteilen
- Nach dem Einbau die Nachweise einreichen
Wir liefern das Angebot in der Form, die für den Antrag gebraucht wird, mit getrennt ausgewiesenen Positionen, und bestätigen nach dem Einbau die ausgeführten Leistungen. Die Antragstellung selbst und die verbindliche Auskunft über Ihre Förderhöhe übernehmen wir nicht, dafür sind Energieberatung und Förderstelle zuständig.
Dach ansehen, Zahlen rechnen
Wir prüfen Dach, Speicherplatz und Bedarf und sagen Ihnen, ob sich die Anlage trägt. Wenn die Rechnung nicht aufgeht, sagen wir das auch.